12Oktober
Tuifly und AirBerlin – besteht ein Entschädigungsanspruch?

Tuifly und AirBerlin – besteht ein Entschädigungsanspruch?

By Allgemein

Bei Tuifly hat sich der Großteil der Mitarbeiter in den vergangenen Tagen arbeitsunfähig gemeldet. Dadurch kam es dazu, dass Tuifly sehr viele Flüge kurzfristig annullieren musste. Da ein beträchtlicher Teil der Tuifly-Flotte für AirBerlin im Einsatz ist, waren auch zahlreiche Flüge von AirBerlin betroffen.

Betroffene Passagiere fragen sich nun, ob Sie einen Entschädigungsanspruch gegenüber Tuifly oder AirBerlin haben. Grundsätzlich besteht ein Entschädigungsanspruch bei Flugannullierungen, es sei denn, dass ein außergewöhnlicher Umstand – etwa ein Streik bzw. Arbeitskampf – vorliegt.

dsc_0182Tuifly führt hierzu aus: “Entschädigungs- beziehungsweise Schadensersatzansprüche der Kunden entstehen daraus nicht. […] Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt.”

Tatsächlich haben die Mitarbeiter ihre Krankmeldung aufgrund von internen Streitigkeiten eingereicht. Offensichtlich beabsichtigt Tuifly eine Umstrukturierung durchzuführen, die Personalkosten einsparen soll, womit die Mitarbeiter unzufrieden sind.

Tuifly verkennt jedoch, dass es sich bei den Krankmeldungen rechtlich um keinen Streik oder Arbeitskampf im Sinne der EU-Verordnung handelt, die den Entschädigungsanspruch einräumt. Es handelt sich rechtlich lediglich um Krankmeldungen. Anders als bei Arbeitskämpfen war das Vorverhalten von Tuifly zumindest auch ausschlaggebend für die Ausfälle, so dass gerade kein Fall von „höherer Gewalt“ gegeben ist.

Sollten Sie betroffen sein, machen wir Ihre Ansprüche gerne für Sie unter den auf dieser Internetseite genannten Konditionen geltend.

08Oktober
Flugverspätung über 180 Minuten oder Annullierung? Ausgleichsanspruch geltend machen!

Flugverspätung über 180 Minuten oder Annullierung? Ausgleichsanspruch geltend machen!

By Allgemein

Es ist besonders ärgerlich, wenn sich ein Flug um mehrere Stunden verspätet und so geschäftliche Termine oder der Erholungswert im Urlaub gefährdet sind. Auch wenn Sie außer dem Zeitverlust keinen Schaden zu beklagen haben, haben Sie einen Ausgleichsanspruch gegenüber der Fluggesellschaft.

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Wann besteht der Anspruch?

Überschreitet die Verspätung am Ankunftsort 180 Minuten, haben Sie gegenüber der ausführenden Fluggesellschaft einen Ausgleichsanspruch zwischen 250,00 € und 600,00 €. Dasselbe gilt übrigens auch für Flugannullierungen.

Die Höhe des Ausgleichsanspruchs richtet sich dabei nach der Luftlinie zwischen Start- und Zielflughafen. Folgende Tabelle gibt Aufschluss über die konkreten Werte:

Flugstrecke                                                             Höhe des Ausgleichsanspruchs

0 – 1.500 Kilometer                                                250,00 €

1.500 – 3.500 Kilometer                                        400,00 €

über 3.500 Kilometer                                            600,00 €

 
Die Flugstrecke Ihres Fluges können Sie ganz einfach im Internet ausrechnen, indem Sie Start- und Zielflughafen eingeben.

Beispiel: Fliegen Sie von Berlin nach Antalya beträgt die Luftlinie 2.199,32 Kilometer, so dass Sie einen Ausgleichsanspruch i.H. von 400,00 € hätten.

Wann ist der Anspruch ausgeschlossen?

Als Wirtschaftsunternehmen sind die Fluggesellschaften selbstverständlich darauf ausgerichtet, Gewinn zu machen und weigern sich dementsprechend häufig, sofort die Ausgleichsbeträge zu zahlen. Tatsächlich gibt es einige Gründe, die den Ausgleichsanspruch ausschließen.

Streikt etwa die Belegschaft des Luftfahrtunternehmens oder der Flugsicherung ist der Ausgleichsanspruch ausgeschlossen. Ist allerdings ein technischer Defekt ursächlich, schließt dieser den Ausgleichsanspruch in der Regel nicht aus. In der Rechtsprechung ist zwischenzeitlich anerkannt, dass die Fluggesellschaften Ihre Flugzeuge so warten müssen, dass technische Defekte eigentlich nicht vorkommen dürften mit der Folge, dass der Ausgleichsanspruch nicht untergeht. Etwas anderes gilt freilich dann, wenn der technische Defekt aufgrund eines Sabotageakts oder Terroranschlags entstanden ist.

Außerdem berufen sich die Fluggesellschaften häufig auf schlechte Wetterverhältnisse, die die Verspätung bzw. die Annullierung verursacht hätten. Dass der Ausgleichsanspruch dann ausgeschlossen ist, versteht sich aus Gründen der Flugsicherheit, da die Fluggesellschaften ansonsten angehalten wären, auch bei schlechtem Wetter zu starten, um sich einem etwaigen Zahlungsrisiko zu entziehen.

Haben Sie jedoch Zweifel daran, dass die Wetterbedingungen für die Verspätung oder Annullierung ausschlaggebend waren, können Sie sich beispielsweise darüber informieren, ob zu dem gleichen Zeitpunkt andere Flugzeuge vom Startflughafen abgehoben sind bzw. ob andere Flugzeuge am Zielflughafen gelandet sind. Darauf sollten Sie dann gegenüber der Fluggesellschaft Bezug nehmen und die Zahlung der Ausgleichsleistung einfordern.

Wie mache ich den Anspruch bei der Fluggesellschaft geltend?

Selbstverständlich übernehmen wir gerne für Sie die Geltendmachung Ihrer Ansprüche zu den auf dieser Internetseite genannten Konditionen. Sie können die Fluggesellschaft jedoch auch selbst anschreiben und um die Zahlung einer Ausgleichsleistung bitten.

Dabei wirkt es am eindruckvollsten, der Fluggesellschaft ein Schreiben per Einschreiben mit Rückschein zukommen zu lassen, in welchem Sie Ihren Anspruch begründen und die Zahlung der Ausgleichsleistung einfordern.